Die siebenunddreißigste Ausstellung: Karin Schumacher


In der Malerei von Karin Schumacher begegnen uns Spannungs-verhältnisse zwischen abstrakten Elementen und naturalistischer Wiedergabe, die die Komposition beherrschen und die proportionale Positionierung in und zwischen den Handelnden verkörpern. Es handelt sich hier nicht um „Ateliermalerei vor dem Modell“, sondern um spielerisch durchkomponierte Konstruktionen von lebensnahen Situationsbeschreibungen, bei denen die innere Verfasstheit und mögliche Beziehungsebene tragendes Element ist.

Mit dem Begriff „Situationsbeschreibung“ ist sowohl das Festhalten des Augenblicks als auch die Novelle oder der Roman als Form der erzählenden Malerei gemeint. Wie intensiv, breit oder tief wir das Dargestellte hinterfragen, sprachlich bzw. gedanklich vertiefen, ist selbstverständlich rein subjektive Durchdringung.

Die menschliche Gestalt in Ruhe und Bewegung ist ein typisches Lernelement in der akademischen Malerausbildung und meint in erster Linie das Erlernen der Proportion, der Perspektive und die Beherrschung von Licht und Schatten, Materialwiedergabe und Lokalfarben-Verteilung. Die hier gezeigten Arbeiten gehen über diese Grundlagen hinaus, nicht nur weil sie thematisch andere Inhalte transportieren wollen, sondern vornehmlich, weil sie den zwischenmenschlichen Spannungsbogen berühren. Die innere Verfasstheit in der Person, in den Personen, ist bestimmendes Motiv dieser malerischen Ausdrucksform, der Kraft oder Schwäche, Begierde, Verzweiflung oder Enttäuschung zugeschrieben werden kann. Schreiben mit Farben trifft die hier gemalte Szenerie vielleicht am ehesten.

Ein sehr spannender Gedanke darf hier noch verfolgt werden, nämlich jener, der das Verhältnis des Betrachters zur oft intimen Situation betrifft. Die für viele von uns erkannte, ja vielleicht erlebte Situation ist uns vertraut und dennoch fern, weil wir als Betrachter nicht in die oft allzu persönliche Szenerie einbezogen werden. Wir können uns raushalten, können aber aus der Lebens- erfahrung kaum unbeteiligt bleiben.

Wir sehen uns hier mit den eigenen Lebensumständen konfrontiert und müssen uns positionieren zur Beziehung, Eifersucht, Begierde, Selbstverliebtheit oder anderen inneren Bewegtheiten, ohne dass uns ein Spiegel vorgehalten wird – wie gesagt, wir können auf Distanz bleiben – aber nicht unbeteiligt.

Uje Fenger

Die sechsunddreißigste Ausstellung: AUF Toast

Auszubildende Bühnenmaler/innen und Bühnenplastiker/innen aus den Malsälen der Theater aus NRW haben sich mit dem Thema TOAST auseinander gesetzt und zeigen in der Galerie AUF eine Auswahl ihrer Lösungen. Flankiert werden die Malereien und plastischen Objekte durch Beispiele aus der Designsammlung „Klapptoaster“ des Galeristen. Die Toaster werden durch Zugaben zum Teil zum Nachdenken oder zum Schmunzeln anregen und spiegeln die Formenvielfalt dieses Gebrauchsobjektes wider.

Ich möchte an dieser Stelle Herrn Norbert Pielsticker, Lehrer am Berufskolleg Ost der Stadt Essen, herzlich danken, dass er die Auszubildenden motiviert hat in ihrer Freizeit das Thema zu bearbeiten und so ein Umfeld geschaffen werden konnte, das die „nüchternen Chromobjekte“ auflockert.

Zur Eröffnung der Ausstellung lade ich Sie und Ihre Freunde herzlich ein.