Die 58. Ausstellung: Burkhard Serong

Vereinfacht könnte man sagen, dass der Künstler Burkhard Serong  eine Brücke von der Höhlenmalerei zum Informell und darüber hinaus schlägt, weil seine Arbeiten natürliche Materialien, wie Sand oder Erdpigmente und intuitive Formensprache zeigen. Mit dieser Aussage wird man dem Maler, Plastiker, Dichter und Therapeuten allerdings nicht gerecht, zeigt sein künstlerisches Werk doch sehr viel mehr als „einfache Materialgestaltung und Zeichensprache“. Er benutzt die Fläche als Malgrund für kraftvolle, energiegeladene und dynamische Raumbilder, wobei sowohl die plastische Schichtung als auch das Aufreißen der Malschicht eine Visualisierung offenbart, die eine eigenständige Zeichensprache zeigt.

Fläche und Linie, Farbe und Form, Material und Bearbeitungstechnik verbinden sich zu scheinbar bekannten Bildern, entlarven sich aber als ein neues Zeichen- und Kombinationssystem mit spannenden, ungewöhnlichen Effekten. Das „Gewohnheitssehen“ wird irritiert und fordert einen zweiten Blick um die Botschaft zu entschlüsseln. Die persönliche Handschrift der Zeichen, Formen und Gegenstände fußt
- vielleicht – auf urzeitlichen Höhlenbildern oder persönlichen Erfahrungen, Positionen oder Vorstellungen und schließt die Moderne mit ein; statt auf den Fels zu malen, wird das erdige, sandige Material naturnah strukturiert und zeigt in den Konturen Anlehnungen an Tätigkeitsbeschreibungen, wobei es keine Übernahme von vorgegebenen Abbildungen gibt.
Die Zeichen tragen die persönliche Handschrift des Künstlers und werden durch Annäherung an Schriftzeichen zu einer Botschaft, die malerisch und zeichnerisch vermittelt wird. Ein Werk lyrisch-erzählender Bilder kann im Kopf des Betrachters jene individuelle Erkenntnis wachrufen, die seine persönliche Positionierung stützt oder herausfordert. Somit sind Sarong’s Bilder ein Angebot an uns, auf der Grundlage der natürlichen Gegebenheiten der Erden, Risse, Flächen oder Strukturen die Einflussnahme des Künstlers und Menschen in die Natur als kulturellen Akt zu begreifen und zu deuten.
Uns wird in den Arbeiten sehr viel von dem bewusst gemacht, was wir bei einem Spaziergang über die Felsen, Äcker oder Sandstrände wahrnehmen könnten, nur haben wir es hier mit einer künstlerischen Zusammenstellung vieler Gebiete, Landschaften und kulturellen Einflussnahmen zu tun, die die individuelle malerische und ästhetische Kombination sichtbar machen.