Die 73. Ausstellung AUFRUHR, Fotografien von Luise Flügge und Peter Lütkemeyer

Liebe Freunde der Galerie AUF, sehr geehrte Damen und Herren,

Seit fast 200 Jahren erlebt die Fotografie eine stetige Erweiterung ihrer Möglichkeiten, sowohl in technischer als auch in künstlerisch-ästhetischer Weise. Musste das „technische Medium“ seit seinen ersten Schritten in die Öffentlichkeit zunächst mit technischen Herausforderungen leben, zeigte sich mehr und mehr eine Perfektion in dem Festhalten des Moments bzw. der Wiedergabe der Wirklichkeit als Dokument des Augenblicks bis hin zur komponierten Bildgestaltung. Das Lichtbild wurde zum Experimentierfeld in den 20er Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts und erfuhr u.a. durch Man Ray oder Moholy-Nagy gestalterische bis künstlerische Ausprägungen, die insbesondere durch die „subjektive Fotografie“ weiterentwickelt wurde, ihren gleichberechtigten Stellenwert neben Malerei, Zeichnung und Grafik.

Hier in Essen, dem Standort der Folkwang-Hochschule, prägte Otto Steinert (1915-1978), der wohl bekannteste Wegbereiter und Professor der Foto-Kunst, eine neue Generation von Fotografinnen und Fotografen. Durch seine künstlerischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse (fünf Gestaltungsstufen und vier Vollendungsstufen)
untermauerte er das Zusammenwirken der Einzelelemente zu einem vollendeten Ganzen, dass höchste künstlerisch-gestalterische Qualität zeigt und die Bedeutung des Fotografierenden würdigt.
In der Ausstellung in der Galerie AUF zeigen ein Lehrer (em.) und eine Studierende der Abteilung Fotografie der Folkwang Hochschule einige ihrer Arbeiten.
Wir laden Sie sehr herzlich zum Besuch der Ausstellung ein und freuen uns auf ihr Kommen zur Vernissage am Freitag, den 12. Januar 2018 um 18:00 Uhr.

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2018

 

 Wir laden Sie und Ihre Freunde sehr herzlich zur Finissage am Sonntag,            den 07.  Januar 2018  für 11:30 Uhr ein.                                

                                                                                               Galerie AUF und (km76)

Die 72. Ausstellung: km76

Alle Künstler/innen der Gruppe KM76 sind Meisterschüler/innen der Freien Akademie der Bildenden Künste in Essen, der fadbk, und zudem Preisträger des Essener Förderpreises, ausgeschriebenem vom Förderverein Freie Kunst (FVK) Essen e.V. Nach Abschluss des Studiums wurden die Künstler/innen von KM76 durch die Akademie (fadbk) für das 2014 neu gegründete Förderprogramm Gopea, gallery of pre-established art, vorgeschlagen und aufgenommen. Das Programm Gopea hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Künstlerinnen und Künstler, die innovativ und auf einem hohen Niveau arbeiten, einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Dabei ist allen Gruppenmitgliedern gemein die Reduzierung auf wesentliche Ausdrucksformen, im Figürlichen wie im Abstrakten, die mit Mitteln der Malerei, Bildhauerei und Grafik Poetisches, Fragendes, aber auch Verstörendes evoziert. Das Thema der Ausstellung “Freilauf” stammt aus der Mechanik und kann verstanden werden als die Kraft, die ein Rad bis zu dem Moment antreibt, bis die Drehzahl der angetriebenen Kraft größer ist als der Antrieb selbst. An diesem Punkt löst sich die Verbindung selbständig und begibt sich in den Freilauf; der künstlerische Prozeß kann ähnlich gesehen werden. Die Galerie AUF freut sich sehr, den aussergewöhnlichen Zusammenschluss dieser Künstler/innen zu begleiten.

Karin Christoph setzt sich in ihrer Malerei mit eigenen zeichnerischen Vorlagen auseinander,  die sie in virtuoser, treffsicherer und eigenständiger Manier, auf der Suche nach dem wirkungsvollen Ausdruck, in immer neuer Bildqualität variiert. Dabei ist ihre Experimentierfreude nahezu grenzenlos und das Ergebnis für den Betrachter von großer Spannung und Aussagekraft, wobei die Gegenständlichkeit einen hohen Abstraktionsgrad erfährt. Flüchtige Strichsetzung und kompakte Flächenformen stehen in einem Spannungsfeld und werden durch neuartige Techniken und Materialien gesteigert.

René Dietle kommt von der Bildhauerei über die Architektur zu einer sparsamen, akzentuierten Formensprache, die mit den Grundformen spielt und seine zeichnerischen Qualitäten und räumliche Durchdringung in spannenden Liniengebilden offenbart. Wir erkennen durch scheinbar einfache Kombinationen das große Feld der dreidimensionalen Komposition. Diese Räumlichkeit erarbeitet der Künstler auch durch Konstruktionen in der Natur, wobei er unterschiedliche Materialien durch reduzierte Eingriffe formt, manipuliert und/oder kombiniert, dass daraus fragile Raumlinien/Raumerfahrungen entstehen, die oft hauchzarte oder fast schwebende Objekte bilden. Der Besucher durchschreiten und erlebt phantastische Konstruktion, die über die etablierte Bildhauerei weit hinaus gehen und auch die nutzbare Architektur erweitern. Leider hat die Galerie Auf kein ausreichendes Freigelände um Ihnen diese sinnliche Erlebniswelt präsentieren zu können.

Ana Gropp-Kondic zeigt einen kritischen Blick, der durch ihre Zeichnungsqualität und das Spiel von Freifläche, Kontur und Flächenfüllungen seine besondere Spannung erfährt. Oft sind ihre Grafiken von gesellschaftlichen Ereignissen dominiert und zeigen nicht nur den oberflächlichen Eindruck einer Szenerie sondern gehen zeitkritisch, sensibel und aufklärerisch mit den gesellschaftlichen Verhältnissen um; dabei sind viele aufrüttelnde Sequenzen nachvollziehbar, die auch anklagend verstanden werden können und viel soziale, menschliche und gesellschaftliche Tiefe zeigen. Der Betrachter wird durch die zeichnerische Wiedergabe Zeuge von oft versteckter oder offener Aktion, die durchaus von unserem Verständnis von einem menschlich-harmonischen Zusammenleben abweicht.

Claudia Knuth arbeitet in verhaltener Farbigkeit an Lebenssituationen und stellt die menschliche Gestalt in all ihren Stärken und Schwächen dar. In besonderer Weise leben die Visualisierungen von dem Mal- und Zeichenduktus und dem harmonischen Farbklängen in der Ausnutzung einer Farbrichtung durch feine Farbabstufungen und weichen Übergängen der Formen. Die Situationen, in denen ihre Menschendarstellungen agieren, sind Momentaufnahmen die aufgegriffen werden und im künstlerischen Prozeß eine Pointierung erfahren; festgehaltene Körpersprache wird erlebbar und weckt in uns Erinnerungen an erlebte Situationen positiver wie negativer Art.                    Uje Fenger

Die 71. Ausstellung: Klaus Eggemann, AUFklaren

Geometrie und Ordnung, Technik und Kreativität, Konstruktivismus ebenso wie Minimalismus, Konkrete Kunst und die Farbfeldmalerei haben den Künstler Klaus Eggemann früh fasziniert und beeinflusst, seine gestalterischen Vorstellungen herausgefordert. Von der Typografie kommend hat er sich mit grafischen Techniken und visuellem Design beschäftigt, ehe er sich zu einem Kunststudium entschlossen hatte.

Die Klassische Malerei oder die akribische Wiedergabe der Wirklichkeit um uns herum, das Abbilden des Menschen und der Natur war nicht seine Sache; immer wollte er Gegenstände schaffen, die einen anderen – nicht “natürlichen” – Formen-Kanon als Grundlage haben, die auf Architektur und ihre Proportion, Konstruktion oder Technik und ihre materiellen Möglichkeiten verweisen.

So war der Weg zur materiellen Grundlage für seine Arbeiten stets auf die Stoffe gerichtet, die in der Architektur, dem Design oder dem Display zu finden sind: hauptsächlich Holz, Glas, Wellpappe, Hartschaum, Draht, Filz, Kunststoffe und Acryl Farbe aber auch mineralische Stoffe. Die oft reduzierten Möglichkeiten bestimmter Materialien, z. B. Hartschaum, sieht er immer auch als Herausforderung und Handlungsrahmen für seine kreativen Objekte, die sich immer weiter von berufsmäßiger Funktionalität zu freier Gestaltung/Kunst entwickelt haben.

Aus einfachen geometrischen Grundelementen entstehen durch Reihungen
oder Montagen komplexe, aber schließlich am Ende auch wieder einfache, große
geometrische Formen bzw. Formformationen, bei denen das Prinzip der Wiederholung, Progression oder Konzentration/Streuung eine gestalterische Größe bildet. Aus einer einfachen Grundform entsteht eine komplizierte Formengruppe mit einer nachvollziehbaren Ordnung, Struktur oder Gesetzmäßigkeit.

Die aktuellen Arbeiten sind meist monochromen Bildern aus Wellpappe, deren
vorgegebene Struktur, die Wellen, flächenweise aufgeritzt werden und, je nach
Standort des Betrachters, eine unterschiedlich intensive Schattenwirkung zeigen. So lebt der künstlerische Ausdruck nicht nur von präziser Setzung und gezielter Komposition sondern insbesondere von den unterschiedlichen Helligkeiten im Umfeld des Objektes. Kinetische Wirkung lässt den Betrachter aus der Klarheit der konstruktiven Struktur in neue Erlebnisse wandern.

Die Entstehung der  Arbeiten ist sowohl einfach nachvollziehbar als auch verblüffend komplex. Sie sollen nichts abstrahieren, interpretieren oder symbolisieren
sondern für sich selbst stehen, sich selbst erklären.

Die 70. Ausstellung: Gefühle auf Papier

 

“Am Ende zählt der Mensch” – unter dieses Motto hat der am 14. Oktober 2017 zu begehende Palliativ- und Hospiz Tag seine Botschaft gestellt, die für jeden Menschen eine grundlegende Gesundheitsversorgung verlangt und das schließt Hospiz- und Palliativ- angebote ein.

Bilder von Menschen mit schweren Erkrankungen zeugen davon, dass oft Unaussprechliches mit Pinsel und Farbe zum Ausdruck gebracht werden kann, was die Patienten bewegt. “Meine Gefühle, die aufkommende Wut, die drängenden Fragen, alle Angst und Not , die mich begleiten – und dann wieder die aufkeimende Hoffnung, die nie so intensiv gespürte Freude an den kleinen Dingen, winzige Blüten, die aufgehen, aufbrechende Knospen an den Sträuchern, ein Lachen vor der Tür, ein spielendes Kind, die wundervollen Bilder der untergehenden Sonne … ” (Zitat eines Patienten)

Menschen mit schweren Erkrankungen werden oft überschwemmt von Gefühlen, Fragen, Ängsten, Sorgen. Sie auszudrücken reichen Wörter oft nicht aus. Diese Sprachlosigkeit zu überwinden, ist Auftrag und Anliegen einer Kreativtherapie. Sie hilft Patienten und Angehörigen, das “Unaussprechliche” mittelbar zu machen. Durch den gestalterischen Prozess werden Gefühle und Gedanken zu Papier gebracht, erhalten ihren Ausdruck: unmittelbar, echt und stark. So eröffnen sich oft neue Sichtweisen, zeichnen sich Lösungswege ab.

Wir danken den Patienten der Klinik für Palliativmedizin an den Kliniken Essen-Mitte, dass sie uns ihre Bilder zur Verfügung gestellt haben. Sie wurden unter Anleitungen der Kreativ- und Traumatherapeutin Sigrid Bernard erstellt.

Diese Art der Therapie wurde möglich dank des Fördervereins Cape Diem – Verein zur Förderung der Klinik für Palliativmedizin und des Instituts für Palliative Care an den Kliniken Essen-Mitte e.V.

Mit großer Freude unterstütze ich dieses Vorhaben und danke allen Beteiligten für das Zustandekommen dieser Ausstellung. U. Fenger, Galerie AUF