Die 59. Ausstellung: Adelheid Klipphahn-Kramer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adelheid Klipphahn-Kramer stellt zum zweiten Mal in der Galerie aus; diesmal KINDERBUCH-ILLUSTRATIONEN, die in ihrer fröhlichen Farbgebung und in den liebevollen Malereien gefällig ins Auge des Betrachters und insbesondere der Adressaten, den Kindern, fallen. Zu jeder Geschichte sind ihr treffsichere Visualisierungen eingefallen, die das Wesentliche der Geschichte “auf den Punkt” bringe … und dann der Text: phantasievoll gesetzt und in einprägsamer Sprache verdeutlicht er die Erzählungen, die als uralte Fabeln überliefert wurden; ein Mitmachheft und Anmerkungen für Erwachsene runden das Angebot ab.

Hier ein Ausschnitt aus “Die sprechende Höhle”:                                                       “Tagelang streifte ein großer Löwe hungrig durch den Urwald und kam an eine tiefe Höhle. Als er merkte, dass niemand Zuhause war, schlich er hinein und versteckte sich. Er wollte auf den Bewohner der Höhle warten, und ihn schnappen, wenn er die Höhle betrat. In der Höhle lebte für gewöhnlich ein aufmerksamer Schakal. Als der nun von seinem Tagesgeschäft zurückkam, entdeckte er am Höhleneingang die frischen Fußspuren des Löwen. Da er nicht sicher sein konnte, ob der Löwe schon fort war, begrüßte er die Höhle überschwänglich mit Worten und tat so, als ob er sich wundere, warum die Höhle seinen Gruß nicht erwidere und so still blieb … statt dessen antwortete der Löwe  …”

Zur Vernissage am Freitag, den 16. Dezember um 18:00 Uhr, werden der Autor, Robert Smajgert und die Künstlerin anwesend sein und weitere Textstellen zu Gehör bringen. Wir laden Sie sehr herzlich ein auch am Samstag oder Sonntag (4. Advent) zwischen 14:00 und 16:00 Uhr in die Galerie AUF zu kommen.

Selbstverständlich können Sie signierte Bücher erwerben.

Die einundfünfzigste Ausstellung: Irmgard Gottschlich und Harald Finke

Mein Interesse ist die Position der Frau in der Gesellschaft. Das weckt folgerichtig auch ein gewisses Interesse an untergegangenen Kulturen, speziell an beschriebenen Formen von matrizentrischen Gesellschaften. Verstreut gibt es diese Lebensformen immer noch. Märchen und Mythen mit ihrer starken Symbolkraft, sowie die sogenannten stummen Zeugen der Archäologie sind für mich Quellen inhaltlicher Aneignung. Das Denken und Handeln der damaligen Menschen fand im Einklang mit der Natur statt.

Die Rauminstallation zur Ausstellung PflanzenAuflauf wird bestimmt von umgeformten Objekten aus dem Alltag, wie Stuhl, Blumentopf, Bohnen, mit Farbstift bezeichnete Stoffservietten, Gartenerde, ein Sommerkleid, Gegenstände aus dem häuslichen und persönlichen Umfeld. Rot, weiß und schwarz sind die vorherrschenden Farben – in den alten Kulturen sind dies die Farben der 3-fachen Göttin. Sie symbolisieren den Kreislauf des Lebens WERDEN-SEIN-VERGEHEN – den Kreislauf der Natur – Frühling-Sommer- Winter. Eine Installation aus Maschendraht, roter Bandage und modellierten Wolfsfiguren thematisiert aktuell die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland. An den Wänden werden grüne Farbstift Zeichnungen mit pflanzlichen und menschlichen, teilweise Tierfiguren, im übertragenen Sinn, als Pflanzenauflauf installiert.                            Irmgard Gottschlich

Harald Finke, freischaffender, bildender Künstler: ich beschäftige mich im Moment mit kleineren booklets, die brisante Themen unserer Zeit zum Inhalt haben. Titel des ersten booklets ist „Pflanzenkunde – autobiographisch“. Es beschäftigt sich generell mit dem Pflanzenreich und seinen vom Menschen verursachten Problemen. Im Zusammenhang mit meinen persönlichen Erlebnissen entsteht hier eine Mischung aus biologischen Fakten bis hin zu den „Rheinufer Thesen“ und meinen Zeichnungen/Malereien sowie kurzen Lyriksplittern. Dieses Heft von 67 Seiten (24x21cm groß) wird als Einzelseiten ausgedruckt und Leporello ähnlich an die Wand des Ausstellungsraumes geheftet. Dazu werden Bleistifte angehängt, so dass die Besucher in die Texte oder Bilder hinein kommentieren können. Also es ergibt sich ein interaktives Angebot. Weiter werden die beiden nächsten booklets „Drachenbaum gegen Glyphosat“ und „Bienenmenschen gegen Atomenergie“ ausgestellt – mit Texten von Kathrin Otte, dem Umweltinstitut München e.V. und „Equilibrismus e.V.“. Außerdem zeige ich anhand von kleinen Videoclips „Pflanzenmusik“ und Kleinplastik – zerbrochene Steine wieder aneinandergefügt und ähnliches.

Die vierzigste Ausstellung: Erika Buck

AUFgerollt und AUFbewahrt
der Titel der heutigen Ausstellung, sollte nicht missverstanden werden. Es geht nicht um einpacken und weglegen, sondern viel mehr um einen dynamischen Prozess, der, einmal mit „rollen, vorwärtskommen, fortschreiten, weiterentwickeln“ beschrieben werden kann und 2. mit „Bewahren“, jene wichtigen Kulturleistungen meinen kann, wenn wir Dinge „in Ehren halten“, nicht verfallen lassen, Bewährtes pflegen oder in neuen Zusammenhängen weiterverarbeiten.

So finden Sie in den künstlerischen Exponaten Collagen, Objekte oder Malereien bzw. Zeichnungen, die sich mit der Verfremdung bzw. Weiterentwicklung von Vorgegebenem auseinander setzen oder neue – gegenständliche und nicht-gegenständliche – Elemente zusammenbringt. Das stetige Weiterkommen, Weiterentwickeln, Variieren oder Verändern ist Motor der künstlerischen Entwicklung, die bewusst auch die figurative Auseinandersetzung sucht und oft kalligrafische Elemente, Materialmix, Objekte oder Malerei sowie Illustration zu spannenden Kompositionen zwischen Linie und Fläche, Farbe und Form in kreative Ausdrucksform sucht. Die Aktivierung unserer Sinne wird, an der Grenze zum Abstrakten, in intuitiver, spontaner, dynamischer Manier gesucht und variationsreich reflektiert ausgestaltet, wobei fast alle Möglichkeiten der Flächenbearbeitung genutzt werden: Verdichtungen, Überdeckungen, deckende oder lasierende Oberflächenbehandlung, Übermalung bzw. Überklebungen, pastös-reliefartige Schichtungen, Ausschabungen, malerische, zeichnerisch-malerische oder collagierten Ansätze von Gegenständlichem, konkrete, diffuse oder assoziative Formensprache und Verschriftlichungen, die sowohl Textpassagen als auch intuitive Zeichensprache sein können.
Selbstverständlich ist das Visualisierte im Rahmen begrenzt, aber die Bildelemente wollen den Rahmen sprengen und ein Eigenleben außerhalb der Begrenzung führen; das Dargestellte tritt mit dem Betrachter in eine Kommunikation, die – ähnlich dem Informell – subjektive Sichtweisen will und somit zur Kommunikation mit dem Betrachter einlädt. Nur wenige Arbeiten sind eindeutig zu lesen und der erzählerische Aspekt des Dargestellten überwiegt und somit ist auch das Bild außerhalb des Rahmens als visueller Reiz zu sehen und beschäftigt die visuelle Vorstellungskraft des Betrachters.
Lassen Sie sich von kreativer Bildgestaltung, kalligrafischen „Würfen“ sowie Farb-, Form- und Materialharmonie begeistern. Die Künstlerin ist anwesend.

Uje Fenger 05/2015