Die 61. Ausstellung: AUFNordhalbenKurs

Sie werden sich erinnern: am 08.Januar 2016 ist in der ersten Nordhalben-Ausstellung das Projekt von Künstlerinnen und Künstlern in Zusammenarbeit mit der Galerie AUF vorgestellt worden. Nordhalben, ein idyllisches Dorf in Franken, tritt durch aktive Bürgerinnen und Bürger in eine Kooperation mit der Essener Kontaktgruppe ein und begründet eine Zusammenarbeit, die in erster Linie der Kunst verpflichtet ist.

Im Sommer 2016 arbeiten die auf der Einladungskarte namentlich genannten Künstlerinnen und Künstler in Nordhalben, beschicken eine Ausstellung im Max-Haus und verabreden eine enge Zusammenarbeit. Dieses Haus wird zum Künstlerhaus umgewandelt und für die Bedürfnisse von künstlerischer Arbeit hergerichtet. Nunmehr ist das Haus fast vollständig renoviert und erwartet  im Sommer 2017seine offizielle Einweihung. Eine große Hürde ist somit genommen und die Gemeinde Nordhalben, bisher bekannter Erholungsort für Naturliebhaber, hat ein Gebäude für Kunst und Kultur, das in vielfältiger Weise genutzt werden soll. Die Essener Künstlerinnen und Künstler werden jährlich im Künstlerhaus Nordhalben arbeiten und wünschen sich, dass weitere interessierte Menschen, Künstler oder Urlauber, den Ort besuchen.

Unsere Ausstellung will Ihnen einen Einblick in die breit gefächerten Möglichkeiten geben und über das Programm und die Nutzung des Hauses informieren; eine Auswahl der dort entstandenen Arbeiten wird in der GALRIE AUF in Anwesenheit der Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und stehen Ihnen für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Sie haben heute schon die Möglichkeit sich vorab auf der Internet Seite www. künstlerhaus-nordhalben.jimdo.com zu informieren. Herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen (für die Essener Gruppe)  Uje Fenger

 

Die zweiundvierzigste Ausstellung: AUF-ZU-AUF

Elisabeth Oczkowski (geb.1980 in Hünfeld/ Fulda) lebt in Rom, hat von 2001 – 2008 Kunst an der Kunstakademie Münster (Klasse Guillaume Bijl) studiert (Meisterschülerin).

Eva Glätzer (geb.1968 in Solingen) lebt in Münster, hat von 1987 – 1993 Kunst an der Folkwang Universität Essen (Klasse László Lakner) studiert. Projektprozess: Die Lichtbildreihe zeigt den mobilfonischen Dialog unserer Begegnungen, Aktionen und Interaktionen in fremden Bedürfnisanstalten, in die wir hineingelangt sind. Wir haben für den Betrachter AUFgeschlossen und damit Einblicke in sonst Verborgenes gewährt; intuitiv, aktiv und initiativ auf die Diversität des Ortes reagiert und so jeweils die dieser Verbindung innewohnende Negation des Abbildens zum Bestandteil eines oftmals klassisch komponierten Bildes gemacht…der zeitlich angelegte Dialog erfährt sein räumliches Pendant in der dialogischen Präsentation.

Rüdiger Ullenboom (geb.1965 in Xanten) lebt in Kamp-Lintfort, hat von 1988 – 1994 in Wuppertal studiert, arbeitet freischaffend als Fotograf und feiert in der Galerie AUF sein Austellungsdebüt. Die ausgewählten Arbeiten sind Bestandteil einer Serie von S-W-Fotografien zum Abgesang des Zechensterbens. Die Reize des Verfalls inspirieren Auge und Verstand, denn hier ist es mehr als die Dokumentation eines Zechensterbens. Das Hineinsehen in diese fotografische Erzählform ermöglicht das Lesen sensibler Veränderungsprozesse. Statt eines heute so oft erwarteten Explosionseffekts zeigt die morbide Ästhetik scheinbare Augenblicke eines Stillstands und eröffnet Fantasiewege / Entdeckungsreisen. Wer würde nicht gerne durch diese Ruinen streifen?

Volker Ullenboom (geb.1966 in Xanten) lebt in Essen, hat von 1988 – 1994 Kunst an der Folkwang Universität Essen (Klasse Helmut von Arz) studiert, stellt seit 1986 aus und organisiert Kunstaktionen. Neben Installation, Landart und Aktionskunst entstehen in den letzten Jahren zunehmend Holzskulpturen, deren zentrales Thema der Mensch ist. Sie variieren zwischen naturalistischen und abstrakten Anteilen. Ihre Herstellung erfolgt ausschließlich in Handarbeit, denn auf Hilfsmittel wie Kettensägen oder Schleifmaschinen wird bewusst verzichtet. So entstehen die Figuren prozesshaft im Dialog mit den Eigenarten des jeweiligen Holzstücks. Die Betonung des Fragmentarischen, die deutlich sichtbaren Arbeitsspuren und nicht ausgearbeitete Passagen, im Sinne eines scheinbaren Non-finito, werden dabei gezielt eingesetzt.

Die neununddreißigste Ausstellung: Gordan Nikolic und Hamid Ghaffari

Nikolic/Ghaffari

Gordan Nikolic (Gott Gordan) stellt zum zweiten mal – nach 2013 – in der Galerie AUF aus und wir können eine interessante Weiterentwicklung seiner damaligen Themen „Barbieland“, „Revolverhelden“ und „Raumfresser“ beobachten. Die intensive Auseinandersetzung mit „Märchenfiguren im gesellschaftlichen Kontext“ sind auch in der neue Ausstellung zu sehen; die visualisierte Schreckensherrschaft mit übersteigerten Figuren und scheinbar harmlosen „Landschaftsbildern“ aus der Zeit von und seit 1933 werden ergänzt durch technische Verfahren, die die bemalte Leinwand vom Rahmen befreit und zu einer eigenständigen plastischen bzw. reliefartigen Figur werden lässt. Malerei auf dem Malgrund und Plastizität der verformten Leinwand ergänzen sich zu einer neuen Bildwahrnehmung, die im Raum erfasst werden will und in und aus immer neuen Blickwinkeln ihre Wirkung erfährt. Nikolic bemalt nicht eine Skulptur, er lässt das Gemalte zu einer Skulptur werden und zwingt uns zur Positionsänderung vor dem Kunstwerk, wobei der neu gesehene Ausschnitt immer andere Aufmerksamkeiten einfordert. Wir erfassen nicht auf einen Blick das Bild im Format sondern „erarbeiten“ uns die Abbildung durch unterschiedliche Perspektiven. Die so veränderte „normale“ Sicht der Dinge ist spannend und weiterführend zugleich. Mit einem ähnlichen Prinzip der „Verfremdung“ arbeitet auch der Fotograf Hamid Ghaffari von dem ich hier eine Arbeit zeigen möchte, die in der letzten Nikolic-Ausstellung in der Galerie AUF entstanden ist.

Hamid Ghaffari bildet die Wirklichkeit mit der Digitalkamera ab und lässt uns durch die Bearbeitung der fotografischen Abbildung zu neuen, verblüffenden Sehweisen kommen. Mal ist der Grad der „Manipulation“ klar erkennbar, mal rätseln wir, ob das Abgebildete die Wirklichkeit ist (vgl. die Einladungskarte) oder worin die optische Täuschung liegt. Die Digitalfotografie ist, soweit man die Kamera in der Hand hält nicht wesentlich anders zu bedienen als der alte Fotoapparat. Der Fotograf/die Fotografin wählt u.a. Motiv, Ausschnitt, Proportion, Perspektive etc. aus und „drückt ab“ und danach beginnt die computergestützte Bildbearbeitung. Bei dieser Tätigkeit sind kaum Grenzen gesetzt und somit ist die Kreativität des Künstlers gefragt. Hamid Ghaffari geht meist von einer „Abbildung der Wirklichkeit“ aus und bearbeitet diese in unzähligen Schritten zu seinem Bild, wobei nicht selten 50 und mehr andere Bilder in Ausschnitten eingearbeitet werden. In der freien schöpferisch-künstlerischen Gestaltung sprengen die Künstler unsere verinnerlichten Sehgewohnheiten und zwingen zu einer vertiefenden Hinterfragung der ausgestellten Werke.

Zu dieser Doppelausstellung möchte ich Sie sehr herzlich einladen und freue mich mit den Künstlern auf eine kontroverse Bilderschau mit intensiven Auseinandersetzungen.

Fenger

Die zweiundzwanzigste Ausstellung: Lange-Kirschbaum

Gabriele-Elisabeth Lange-Kirschbaum: Quadraturen
15. Februar bis 16. März 2013

Ausgang der Serie „Quadraturen“ ist jeweils ein Quadrat in einer reinen, leuchtenden Farbe. Aus ihm heraus entwickelt sich, auf weißer Fläche, die Komposition einer Collage aus Fotos, Fotofragmenten, ergänzenden, andeutenden Buntstiftzeichnungen, die die Ausgangsfarbe aufgreifen. Die Titel der Bilder versprechen eine offene oder verssteckte Aussage, die es zu entdecken gilt. Bezugslinien leiten den Blick, führen zu unerwarteten Details. Bei genauerer Betrachtung erschließen sich neben den vordergründigen, weitere, neue Bildebenen und Interpretationsmöglichkeiten. Der ästhetische Reiz des Intakten, Beschaulichen, der unbeschädigten Natur, der gepflegten technischen und architektonischen Konstruktion verbindet sich mit dem morbiden Reiz des Vergehenden. „Quadraturen“ im Entstehen einer neuen farbigen, phantastischen Bildwelt.