Die 71. Ausstellung: Klaus Eggemann, AUFklaren

Geometrie und Ordnung, Technik und Kreativität, Konstruktivismus ebenso wie Minimalismus, Konkrete Kunst und die Farbfeldmalerei haben den Künstler Klaus Eggemann früh fasziniert und beeinflusst, seine gestalterischen Vorstellungen herausgefordert. Von der Typografie kommend hat er sich mit grafischen Techniken und visuellem Design beschäftigt, ehe er sich zu einem Kunststudium entschlossen hatte.

Die Klassische Malerei oder die akribische Wiedergabe der Wirklichkeit um uns herum, das Abbilden des Menschen und der Natur war nicht seine Sache; immer wollte er Gegenstände schaffen, die einen anderen – nicht “natürlichen” – Formen-Kanon als Grundlage haben, die auf Architektur und ihre Proportion, Konstruktion oder Technik und ihre materiellen Möglichkeiten verweisen.

So war der Weg zur materiellen Grundlage für seine Arbeiten stets auf die Stoffe gerichtet, die in der Architektur, dem Design oder dem Display zu finden sind: hauptsächlich Holz, Glas, Wellpappe, Hartschaum, Draht, Filz, Kunststoffe und Acryl Farbe aber auch mineralische Stoffe. Die oft reduzierten Möglichkeiten bestimmter Materialien, z. B. Hartschaum, sieht er immer auch als Herausforderung und Handlungsrahmen für seine kreativen Objekte, die sich immer weiter von berufsmäßiger Funktionalität zu freier Gestaltung/Kunst entwickelt haben.

Aus einfachen geometrischen Grundelementen entstehen durch Reihungen
oder Montagen komplexe, aber schließlich am Ende auch wieder einfache, große
geometrische Formen bzw. Formformationen, bei denen das Prinzip der Wiederholung, Progression oder Konzentration/Streuung eine gestalterische Größe bildet. Aus einer einfachen Grundform entsteht eine komplizierte Formengruppe mit einer nachvollziehbaren Ordnung, Struktur oder Gesetzmäßigkeit.

Die aktuellen Arbeiten sind meist monochromen Bildern aus Wellpappe, deren
vorgegebene Struktur, die Wellen, flächenweise aufgeritzt werden und, je nach
Standort des Betrachters, eine unterschiedlich intensive Schattenwirkung zeigen. So lebt der künstlerische Ausdruck nicht nur von präziser Setzung und gezielter Komposition sondern insbesondere von den unterschiedlichen Helligkeiten im Umfeld des Objektes. Kinetische Wirkung lässt den Betrachter aus der Klarheit der konstruktiven Struktur in neue Erlebnisse wandern.

Die Entstehung der  Arbeiten ist sowohl einfach nachvollziehbar als auch verblüffend komplex. Sie sollen nichts abstrahieren, interpretieren oder symbolisieren
sondern für sich selbst stehen, sich selbst erklären.

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